Interview Kiß-Epp
Was haben Sie nach dem letzten Satz als Carrie gefühlt?
Es war schon ein bisschen komisch, aber ich habe versucht, es zu verdrängen und mich da nicht in eine Sentimentalität zu verlieren. Ich bin so froh, so glücklich und so stolz, dass ich an dieser Serie mitarbeiten durfte. Dieses Gefühl und die Freude, was für mich aus dieser Sache entstanden ist, überwiegen.
Welcher war Ihr Lieblingssatz?
Ach, es gab so viele schöne Sätze, das kann ich nicht reduzieren. Samantha hatte immer mal wieder einen Spruch, den ich toll fand. Zum Beispiel: Männer sind wie Pflanzen. Ein herrlicher Spruch, da liegt so viel Wahrheit drin. Männer sind eben einfach nicht so kompliziert. Bei Carrie ist es schwieriger, weil sie ja vor allem aus Reflektionen besteht, und das sind dann immer komplexere Gebilde, die man nicht in einen Satz fassen kann.
Gibt es ein Leben nach Sex and the City?
Oh ja, natürlich. Ich stecke auch schon mittendrin. Ich habe eine One-Woman-Show entwickelt, mit der ich durch den ganzen deutschsprachigen Raum toure. Daran arbeite ich weiter. Auf der Bühne zeige ich, wie ich synchronisiere, und ich lese dabei auch Sequenzen aus den Original-Kolumnen von Candace Bushnell. Rein künstlerisch gibt es einiges, das ich jetzt vorhabe. Auf jeden Fall bleibe ich an den Themen dran, denn wir haben durch die Serie so viele Anstöße bekommen, und ich merke, dass ein Bedürfnis besteht, mit diesen Inhalten auf eine humorvolle und intelligente Art umzugehen. Durch die Serie ist eine neue Weiblichkeit entstanden.
Wie meinen Sie das?
Dieses Gefühl, das viele Frauen bekommen haben, als sie die Folgen gesehen haben. Dieser Gedanke, ich bin ja nicht allein damit. Über viele Sachen wurde vorher ja gar nicht so offen gesprochen. Höchstens mit der engsten Freundin. Und jetzt plötzlich haben wir vorgeführt bekommen, wie das geht. Die Serie hat ein Zusammengehörigkeitsgefühl unter Frauen geschaffen. Das ist keine Front, die gegen Männer aufbegehrt, sondern eine Energie, die mit Sexappeal und Liebe den Männern gegenübertritt. Diese Frauen formulieren ganz klar ihre Wünsche und wollen in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit akzeptiert werden.
Wie viel von Carrie steckt in Irina?
Eine ganze Menge. Ich lebe in Berlin, arbeite hier journalistisch, schreibe und sitze auch viel am Laptop. Ich gehe durch die Clubs auf der Suche nach guten Geschichten, habe meine Frauenfreundschaften immer sehr hochgehalten und ich habe auch viel von ihrem Temperament. Aber in jedem von uns steckt ein bisschen Carrie.
Auch das Hin und Her mit Mr. Big?
Oh ja, aber das kennen doch viele, oder? Mr. Big gibt es im Leben jeder Frau. Diese Männer, die sich nicht entscheiden können und immer alles vorschieben ihr Geld, ihren Job, ihr Auto. Der war mir von Anfang an nicht geheuer, der Typ.
Ist es sinnvoll, die Serie jetzt zu beenden, oder hätten Sie gerne weiter gemacht?
Klar hätten wir gerne weiter gemacht. Aber die Folgen sind immer besser geworden, immer härter ans Leben gerückt. Die Serie ist eigentlich jetzt auf ihrem Höhepunkt und es ist gut zu gehen, wenn die Party am schönsten ist.











