Siegessäule Berlin: “Unvermutetes Interview”
Welche BH-Größe haben Sie?
Die schwankt immer zwischen 75 a und b, je nachdem wie viel Sex ich grade hab’ (wir wissen ja: je mehr Orgasmen wir haben, desto praller werden unsere Brüste)
Zufrieden damit?
Ja.
Was glauben Sie, gehen Lesben eher verkrampft oder unverkrampft mit dem Thema Busengröße um?
Egal ob Lesbe oder Hete, es gibt natürlich immer Frauen, die Probleme mit ihren subjektiv zu großen oder zu kleinen Brüsten haben. Ich denke allerdings, da lesbische Frauen nicht so “Titten fixiert” sind wie Hetero-Männer, dass sie sehr darauf bedacht sind aus der Busengröße keine Komplexe entstehen zu lassen. Weder bei sich noch bei anderen.
Was für BHs tragen Lesben wohl?
Viele gar keine, oder? Und wenn dann eher die sportliche Variante?
Und Sie selbst?
Ich liebe Unterwäsche. Mein Freund hat nicht soviel Geld und kauft mir immer schöne Höschen, die dazu passenden (leider oft sehr teuren) BHs kauf ich dann nach. Da ist alles dabei, vom Push-up, über mit Bügel ohne Bügel, mit Schleife oder Spitze oder ganz schlicht, kariert geblümt oder uni, für jeden Tag oder nur für zuhause…
Könnten Sie sich vorstellen, lesbische Themen in Ihrer Radiosendung zu erläutern?
Das stell ich mir nicht nur vor sondern das mach ich. Zum CSD haben meine Redakteurin Bettina Exner und ich eine ganze schwullesbische Sendung gemacht und festgestellt, dass es wichtig ist da am Ball zu bleiben. Gerade in dieser Region. D.h. in Zukunft werden wir unsere erotischen Themen immer wieder auch von der Homoseite aus betrachten und ich denke, dass das nicht nur gesellschaftspolitisch wichtig und interessant ist sondern auch amüsant und inspirierend. Wir freuen uns sehr dass wir da mit der Siegessäule und L-Mag kooperieren und uns so wechselseitig befruchten.
Und Schwule Sexthemen?
s.o.
Irgendwelche Berührungsängste?
Ganz und gar nicht, viele meiner besten Freunde und liebsten Kollegen sind schwul oder lesbisch. Als das “Zufall” in der Pfalzburgerstr.” noch Homo-Club war, war ich da oft und hab mich sehr wohl gefühlt. Neulich habe ich mir für die CSD – Sendung meinen ersten Schwulenporno angesehen. Fand ich sehr interessant
Kennen Sie Lesben persönlich?
s.o.
Würden Sie eine Lesbe erkennen? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum?
Prinzipiell ist es mir ziemlich wurst ob jemand homo oder hetero ist. Trotzdem muss ich da jetzt mal weiter ausholen. Wir (Heteros) denken doch, dass alle lesbischen Frauen enge Jeans mit Gürtel und T-Shirt tragen, sich nicht schminken, nicht die Beine rasieren und kurze Männer-Haarschnitte haben. Auf manche trifft das sicher zu und das sind dann auch die, die wir erkennen oder glauben zu erkennen, aber es gibt auch viele lesbische Frauen, denen das niemand ansieht. Ich persönlich stelle mir das angenehmer vor eben nicht gleich in eine Schublade gesteckt zu werden, aber für viele Lesben ist es anscheinend wichtig eine klare Position zu beziehen.
Was halten Sie von femininen Lesben und von maskulinen Lesben?
Ich bin eine Verfechterin der Weiblichkeit und finde, dass die Männer lange genug dominiert haben. Ich bedaure es immer, wenn Frauen – egal welcher Gesinnung – Männer kopieren.
Haben heterosexuelle Frauen Angst vor Lesben?
Als Angst würde ich das nicht bezeichnen, vielleicht als Unsicherheit, unter dem Motto “findet die mich jetzt blöd, weil ich geschminkt bin, High-Heels trage und auf Männer stehe?”
Kennen Sie die amerikanische Serie “The L-Word”, eine Art lesbische Variante von “Sex and the City”?
Nö.
Können Sie die ständigen Wiederholungen von “Sex and the City” noch sehen?
Jetzt tatsächlich nicht mehr, aber ich habe jede Folge einmal im Fernsehen gesehen und mich sehr amüsiert.
Synchronisieren Sie eigentlich auch andere Formate?
Klar, Kinofilme (ich bin z.B. auch die deutsche Stimme von Naomi Watts), Zeichentrick, andere Serien, alles eben und das schon seit meiner Kindheit. In letzter Zeit kommen aber auch andere Aufträge rein, wie Kommentare fürs Fernsehen, Werbung oder Hörbücher. Gerade aktuell bei Sony/BMG erschienen “Talk in the City – wie alles begann” und im Audiobuchverlag sind in diesen Tagen zwei Hörbücher zum Thema “Wer ist eigentlich Paul” raus gekommen.
Meine ganz große Leidenschaft ist die Bühnenarbeit. Seit letztem Jahr toure ich mit einer multimedialen Bühnenshow durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und freu mich sehr, dass ich ab September jeden ersten Montag ein künstlerisches Zuhause im Chamäleon (www.chamaeleonberlin.com) gefunden habe. In der Show “Talk in the city” geht es um Sex, um Erotik um Liebe, Partnerschaft, Weiblichkeit und sicher nicht nur um die heterosexuelle Sichtweise.
Gab’s es schon Lesbisches in der Hörfunkreihe “Sex nach 30 …”?
Nein, Claudia hat nur einmal unter Drogen mit der Polizistin und Sven einen Dreier gemacht.
Warum läuft Ihre prima Sex-Hörfunksendung nicht in allen ARD-Radiostationen Deutschlands?
Das frage ich mich allerdings auch, aber die öffentlich-rechtlichen Mühlen mahlen langsam und unsere Sendung gibt es noch nicht so lange. Vielleicht bewegt sich da noch was. Ich hoffe es jedenfalls, denn so ein Format gibt es sonst nirgends.
Mal ehrlich, schon mal an Sex mit einer Frau gedacht?
Klar. Auch gehabt und genossen, aber ich bin und bleib ‘ne Hete.
Interview: Andreas Hergeth











